2012 – „Ihr seid doch verrückt!“

2012 – „Ihr seid doch verrückt!“

Das stimmt! Ein bisschen jedenfalls. Wenn wir heute so zurückblicken, geht uns der Gedanke manchmal auch durch den Kopf. Damals beide 25 Jahre jung, seit 2 Jahren ein Paar, entschlossen wir ein Weingut zu gründen. Von neu an, nicht aus Tradition eines Winzerfamilienbetriebes heraus.


Mein Vater ist Winzer, hat jedoch kein eigenes Weingut, sondern war für andere Weingüter Kellermeister und Weingutsleiter und das erfolgreich. Er nahm mich schon als Kind mit in den Weinkeller und zeigte mir auch die Arbeit im Weinberg. Als Jugendlicher packte ich mit an und war auf vielen Veranstaltungen mit dabei. Als ich Nathalie kennenlernte wurde sogar sie spielend mit eingebunden in die Arbeiten eines Weingutes. Sie war es, die gleich meine Euphorie zum Thema Wein und Genuss bemerkte. Ich merkte es erst als sie es mir vor die Nase hielt.

Vom Beruf Winzer war ich somit stets umgeben, doch kam ich nie auf die Idee diesen Beruf zu erlernen. Erst nach der Lehre zum Mechantroniker, dem Zivildienst und dem Fachabitur in Bautechnik wurde es mir durch Nathalies Hinweis bewusst, dass der Beruf Winzer mich glücklich machen könnte.

Im Winter 2012 trafen wir gemeinsam die Entscheidung uns selbstständig zu machen. Naja, nicht ganz gemeinsam. Ich muss gestehen ich habe Nathalie etwas überrumpelt.

Sie war gerade mit der Ausbildung fertig und somit gelernte Produkt- und Werbefotografin und hat schon vor der Lehrzeit entschlossen, dass sie sich in diesem Beruf selbst verwirklichen möchte. Januar 2013 sollte es los gehen.

Ich habe bereits mit der Ausbildung zum Winzer begonnen und war noch beim Weingut Adolf Schick in Jugenheim (Rheinhessen) und gerade im Wechsel zu Weingut Dönnhoff (Nahe). Als ich von der Arbeit nach Hause kam und ohne vorherige Ankündigung ihr mitteilte, dass ich mich entschlossen habe, wenn ich Winzer lerne, dann um auch mich selbst zu verwirklichen in dem ich ein Weingut besitze.

Nathalie dachte zuerst, dass ich sie veräpple. Was ich ihr gar nicht übel nehmen konnte, weil ich sie manchmal gerne necke. Als ich ihr jedoch bewusste machte, dass es ernst sei, schauten mich zwei große braue Augen an und es kam nur ein: „Ahhh!“ Nach längerem Schweigen, was für sie sehr ungewöhnlich ist, gab sie mir zu verstehen, dass sie sich für meine Entscheidung natürlich freue. Die Entscheidung für sie diesen Weg mit mir zugehen ja schon fast wie heiraten sei!

Nach zwei Wochen Bedenkzeit die sich für mich ewig anfühlten, teilte sie mir betroffen mit, dass sie den Weg leider nicht mit mir gemeinsam gehen könne. Schon bei dem zweiten Satz kicherte sie los und fiel mir um den Hals und sagte: „Auf gehts!“

Das war der Beginn. Wir setzten auf Wein & Fotografie.
Was wir damals nicht wussten – es werden aufregende Jahre folgen…
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